Schnur

Seit ich auf geflochtene Schnur aus 'Dyneema' (Polyethylen) umgestiegen bin, gibt es für mich nichts anderes mehr, da diese Schnur sehr viele Vorteile gegenüber monofiler Schnur bietet.Der grösste Vorteil ist die praktisch fehlende Dehnung: dadurch hat man direkten Kontakt zum Köder, spürt also viel besser, was am anderen Ende der Schnur passiert. Auch die Köderführung wird verbessert, weil sich jeder Zupfer direkt auf den Köder überträgt und nicht zuletzt kommt der Anhieb auch auf grössere Entfernung sauber durch, die Fehlbissrate sinkt. Dass man, wie oft behauptet, mehr Aussteiger im Drill hat, konnte ich nicht beobachten, selbst die angeblich so heiklen Meerforellen konnte ich schon mehrfach problemlos Drillen und Landen. Am meisten Verluste hab ich bei Bachforellen, aber das war schon immer so und hat sich auch eher gebessert. Die Schnur hat auch eine enorme Tragkraft, im Verhältnis zum Durchmesser, der allerdings immer zu niedrig angegeben wird (Tabelle). Durch die Geschmeidigkeit sind weitere Würfe möglich und sie ist unempfindlich gegen Schnurdrall. Da sie UV-unempfindlich ist, hält sie viel länger als Mono, der höhere Preis relativiert sich dadurch auch etwas.Die Nachteile der geflochtenen Schnüre sind vor allem die erhöhte Sichtbarkeit und die geringere Abriebfestigkeit. Ausserdem ist sie nicht geeignet, bei Minusgraden, weil sie Wasser ins Geflecht einlagert, welches dann gefriert. Das hab ich aber selber noch nicht erlebt, kann also nicht genau sagen, wie schlimm es wirklich ist im Vergleich zu Mono, irgendwann friert ja auch der Spitzenring zu (das habe ich mal erlebt) und es wird dann eh langsam Zeit, einer gemütlicheren Beschäftigung nachzugehen. Nicht unbedingt ein Nachteil, aber ein Unterschied zu Mono ist, dass sie leichter als Wasser ist, also auf der Oberfläche schwimmt.Wenn das Wasser klar ist, ich ohnehin eine Montage mit Vorfach mache, oder Abrieb in der Nähe des Köders befürchte, nehme ich, wenn ich nicht mit Stahlvorfach fische, ein Vorfach aus Fluorocarbon-Schnur, die eine äusserst geringe Sichtbarkeit unter Wasser besitzt.