Gummiköder

Vielseitig in der Anwendung, billig, ungeheure Vielfalt an Formen und Farben. Das sind die Weichplastikköder. Man kann sich fragen, wieso es überhaupt noch andere Köder gibt. Vielleicht weil vielen gar nicht bekannt ist, was man alles mit Gummi machen kann. Oder ist die Vielzahl der möglichen Varianten einfach zu verwirrend? Jedenfalls ist bei diesen Ködern einiges anders, als bei den restlichen Kunstködern. Insbesondere sind sie nicht mit Haken versehen und müssen deshalb vor Gebrauch zuerst auf einem Hakensystem montiert. Oft ist dies der bekannte Bleikopf oder Jighaken, von dem es schon einige Varianten gibt. Dazu kommen dann so rätselhafte Fachbegriffe wie Drachkovitsch-System, Carolina-Rig, Texas-Rig um mal die grundlegendsten zu nennen. Siehe dazu das Kapitel über die Montage von Gummiködern

Wichtige Faktoren
Form

Die verschiedenen Gummiköder unterscheiden sich in erster Linie durch ihre Form. Hierbei scheinen der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Einerseits probieren viele Modelle, mehr oder weniger exakt natürliche Vorbilder zu kopieren: Würmer, Fische, Krebse, Frösche, Salamander und so weiter... Andererseits gibt es auch Köder, die für unsere Augen eigentlich keinem natürlichen Vorbild direkt gleichen, wie z. B. Tubes oder Twister. Ein Twister könnte wohl noch am ehesten einen Blutegel imitieren, der durchs Wasser schwimmt, aber ich glaube in den meisten Fällen wird er so geführt, dass er doch eher ein Brutfischchen darstellt. Niemand weiss es genau, aber doch ist es ein sehr erfolgreicher Köder. Erinnert irgendwie an den Spinner, von dem auch niemand genau sagen kann, was die Fische in ihm sehen, aber alle wissen dass es ein top Köder ist. 

Vibration und Bewegung

Die hierzulande beliebtesten Gummiköder, Twister und Shad, verkörpern zwei Prinzipien, mit denen Gummiköder Vibrationen erzeugen. Zum einen ist da der Sichelschwanz des Twisters, der sich auch mehr oder weniger ausgeprägt an vielen Gummiwürmern findet: bereits unter schwachem Zug streckt er sich und beginnt seine typische ondulierende Bewegung, welche von den Fischen wahrgenommen wird. Der Schaufelschwanz hingegen wackelt hin und her und wirkt dadurch (für uns) wie ein Fisch, der mit dem Schwanz schlägt. Dann gibt es aber auch viele Köder, welche keine so eindeutigen Vibrationsquellen besitzen und erst durch geschickte Köderführung zum Leben erwachen. Durch die Weichheit des Materials braucht es aber auch bei einem steckengeraden Wurm nicht viel, um ihn einen lebendigen Eindruck machen zu lassen. 

Grösse

Auch bei den Gummiködern ist die Grössenvielfalt enorm, nicht ganz so extrem wie bei den Wobblern allerdings. Besonders die Gummiwürmer erreichen schnell mal mehr als 20cm. Ich hatte zunächst Hemmungen, mit fast 30cm langen 'Schlangen' zu angeln, zumal sie nur gerade am Kopfende angeködert werden, aber der erste Schwarzbarsch von 23cm zeigte mir, dass dieser Köder keinesfalls zu gross für ihn war. In der Regel wird man aber in unseren Breiten den Gummiköder höchstens eine Spur grösser wählen als den Wobbler, den man unter denselben Bedingungen einsetzen würde. 

Farbe

Nirgends ist die Farbenvielfalt grösser, als bei den Gummiködern. Um so trauriger, dass viele Gerätehändler nicht gross über die Twister in weiss, gelb, grünglimmer und rot hinausgekommen sind, die anfangs der 80er die Szene beherrschten. Vor allem die eher natürlichen Farbtöne, gedeckte Schattierungen von braun, grün, dunkelrot etc sowie mehrfarbige Kombinationen sind erstaunlich schwer erhältlich, aber sehr erfolgreich. Zum Glück gibt es das Internet, kann man da nur sagen. 

Konsistenz

Im allgemeinen gilt: der Köder soll möglichst weich sein, besonders wenn er bei langsamster Führung seine Reize entfalten soll. Eher härtere Mischungen sind für Shads angebracht, die in starker Strömung Verwendung finden sollen, sowie (vom Hörensagen) im Winter, dabei gehen allerdings die Meinungen schon etwas auseinander. Weiche Köder werden allerdings von den Fischen schneller zerstört, so dass man, wenn es gut beisst, auch eher härtere Modelle probieren wird.

Duft

Eine weitere Besonderheit der Gummiköder ist es, dass sie mit Duftstoffen imprägniert werden können. Insbesondere Berkley mit seiner Powerbait Serie war hierzulande sehr erfolgreich. Ansonsten bleibt noch der Griff zum Fläschchen um den Köder mit Düften zu versehen. Mit den Produkten von Berkley und den Cormoran Doublefisch Essenzen war ich schon erfolgreich. Die kritische Meinung vieler Angler zu diesem Thema lässt mich aber vermuten, dass auch einige Produkte auf dem Markt sind, die nicht viel taugen. Es scheint aber oft auch ein grundlegendes Missverständnis über die Funktionsweise der Düfte zu geben: Man kriegt nicht in erster Linie mehr Bisse und schon gar nicht werden Fische durch sie angelockt, aber man kriegt deutlich bessere Bisse, die leichter zu verwerten sind, weil die Fische den Köder nicht so schnell wieder ausspucken. Jedenfalls sind die erfolgreichen Düfte für menschliche Nasen nicht gerade angenehm, haften aber dennoch hervorragend an Händen und Kleidern. 

Köderführung

Die Köderführung von Gummiködern richtet sich danach, was sie darstellen sollen. Twister und Shads an Bleiköpfen werden oft in mehr oder weniger grossen Rucken über den Boden geführt, können aber auch, unter nur gelegentlichem absacken lassen, gleichmässig eingezogen werden. Unbeschwerte Köder lässt man durch kurze Rucke tänzeln, wobei sie immer Zeit zum Absinken brauchen. Würmer und Krebse können sehr langsam gefischt werden. 

Einige Modelle

Im Gegensatz zu den anderen Ködern, stelle ich hier vor allem die Typen vor, da sich die Marken oft sehr gleichen und oft auch Noname Produkte auf dem Markt sind.

  • Twister

  • Shad (Gummifisch, Schaufelschwanzfisch)

  • Wurm

  • Soft Jerkbait

  • Krebs

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