Suchen

Im Grunde wird Spinnfischen fast immer mit Suchen gleichgesetzt. Aber gerade der Anfänger weiss oft nicht was das konkret heisst und wenn er nicht mal einem erfahrenen Spinnfischer zuschaut, wird er viel zu langsam sein. Es muss zwar auch erwähnt werden, dass Suchen nicht immer die richtige Methode ist, trotzdem sollte man wissen wie es geht. Beim Suchen geht es darum, in möglichst kurzer Zeit einen möglichst grossen Teil des Gewässers nach beisswilligen Fischen abzusuchen. Um dies möglichst effizient zu tun, müssen einige Regeln beachtet werden:

  1. Keine Köderwechsel!
    Wenn man ständig den Köder wechselt, verliert man zuviel Zeit, ausserdem neigt man dann dazu, dieselben Stellen nochmals mit einem anderen Köder anzuwerfen und dann noch mit einem dritten etc. Das ist falsch! Man sollte sich auf wenige bewährte Köder beschränken und allenfalls auf dem Weg von einer Stelle zur nächsten einen anderen Köder montieren, wenn sich einige Zeit nichts getan hat. Die Vorstellung, dass man nur den richtigen Köder anbinden muss und dann wird schon ein Fisch beissen, ist falsch! Wenn man einen einigermassen vernünftigen Köder hat und gar keine Reaktion von einem Fisch bemerkt, ist kein hungriger oder aggressiver Fisch in der Nähe und man muss weitersuchen.

  2. Keine Fächerwürfe!
    Im Gegensatz zu dem, was oft in Büchern zu lesen ist, sind fächerförmige Würfe ziemlich ineffizient beim Suchen. Die Linien die der Köder im Wasser zieht laufen alle an einem Punkt zusammen (beim Angler), während sie am Ort, wo der Köder ins Wasser trifft, eher zu weit auseinander liegen. Dadurch werden die weiter entfernt liegenden Regionen zu wenig intensiv befischt, diejenigen in der Nähe des Anglers hingegen viel zu gründlich. An gleichförmigen Gewässern (z.B. Kanälen) kann es sinnvoll sein, das Wasser möglichst gleichmässig zu durchkämmen, dies jedoch eher, in dem man nach jedem Wurf senkrecht zur Uferlinie ein paar Schritte weiterläuft und hin und wieder auch parallel zum Ufer wirft. An den meisten Gewässern ist es aber noch sinnvoller, ganz gezielt mögliche Standplätze zu befischen, und die gleichförmigen Abschnitte ganz auszulassen.

  3. Nicht aufhalten lassen!
    Wenn ein Fisch dem Köder folgt, ihn anstuppst oder auch nur ein verräterischer Schwall zu sehen ist, ist es natürlich sehr verlockend, zu probieren, diesen Fisch irgendwie an den Haken zu kriegen. Ein paar Versuche ist es sicher wert: veränderte Köderführung, Köderwechsel oder einfach noch ein paar Würfe, aber irgendwann ist's genug: mehr als 10 Würfe und 2 Köderwechsel machen selten Sinn. Besser ist es, auf dem Rückweg solche Stellen nochmals zu probieren mit einem Köder/einer Köderführung, die sich unterdessen als erfolgreich erwiesen hat.

  4. Ein Fisch kommt selten allein!
    Wenn man einen Fisch gefangen hat, oder auch nach einem Nachläufer oder Fehlbiss, sollte man die nähere Umgebung besonders gründlich abfischen, denn in der Regel hat es einen Grund, dass sich der Fisch hier aufhält (Nahrungsangebot, Versteckmöglichkeit, Sauerstoffgehalt, Temperatur,...) und dies haben auch seine Kollegen entdeckt. Auch Fische, die man gemeinhin nicht zu den Schwarmfischen zählt, z.B. Hecht und Forelle, stehen oft erstaunlich dicht zusammen. Natürlich gelten trotzdem die vorhergehenden Regeln, kurz gesagt: wenn sich nach ein Paar weiteren Würfen nichts mehr tut: weiterziehen.

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