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Naturschutz


Als Angler sollte man sich natürlich auch zum Thema Naturschutz einige Gedanken machen. So richtig Spass macht das Angeln ja nur in einer möglichst intakten Natur. In unseren Breitengraden sind die Verhältnisse allerdings immer mehr oder weniger gestört. Auch wo die Natur scheinbar ungestört ist, sind oft Schadstoffe im Wasser, es haben sich Fische oder andere Tiere oder Pflanzen breitgemacht, die ursprünglich hier nicht vorkamen und nun das natürliche Gleichgewicht durcheinanderbringen. Und nicht zuletzt wirkt sich selbst im entferntesten Winkel die globale Erwärmung aus. Allerdings sind diese Einflüsse nicht immer nur negativ. Wir Fischer freuen uns natürlich besonders, wenn interessante Beutetiere in unseren Gewässern heimisch werden, die es dort vorher vielleicht nicht gab: Zander, Wels, Regenbogenforelle, Schwarzbarsch kamen in vielen Gewässern ursprünglich nicht vor und sind doch oft eine Bereicherung für den Spinnfischer. Durch die stetig wechselnden Populationen von Kleinlebewesen gerade  auch in grossen Strömen, wie dem Rhein, wo immer wieder neue Arten von Schiffen eingeschleppt werden, muss sich auch die Spitze der Nahrungspyramide immer wieder anpassen.

Raubfischer

Leider gibt es unter den Anglern auch einige schwarze Schafe, welche die Bestände rücksichtslos 'nutzen', sprich ausrotten. In Ländern mit (noch) relativ intakten Fischbeständen, fallen diese Gesellen wie die Barbaren ein, fangen was sie können, ohne Rücksicht auf Schonmasse zu nehmen, oder sich gar zu fragen, was wohl die Einheimischen davon denken sollen. Dadurch geniessen deutsche, aber auch französische, schweizerische und andere Angler in etlichen nördlichen Ländern einen denkbar schlechten Ruf. Das Ziel dieser Raubangler ist einzig und allein der Profit, denn die gefangenen Fische werden eingefroren und Zuhause verkauft.

Catch and Release

Catch and Release ( kurz: C&R ;Zu Deutsch: fangen und freilassen) heisst, gefangene Fische wieder freizulassen, anstatt sie alle dem Gewässer zu entnehmen. Durch das mehr oder weniger strikte Befolgen einer C&R Philosophie wird in erster Linie erreicht, dass die Auswirkungen der Sportfischerei auf den natürlichen Bestand so klein wie möglich gehalten werden. Gerade beim Fischen auf Raubfische ist dies sehr wichtig. Raubfische sind an der Spitze der Nahrungspyramide im Wasser und kontrollieren dadurch die Bestände ihrer Beutetiere. Insbesondere verhindern sie auch ein Ausbreiten von Seuchen, indem sie kranke und schwache Tiere auffressen. Weil Raubfische im Prinzip sehr bereitwillig auf einen ihnen angebotenen Köder beissen, lassen sich ihre Bestände an den meisten Gewässern durch Sportfischer stark dezimieren. Dadurch wird das Gewässer schnell uninteressant, weil man nur noch selten und zumeist auch kleinere Fische fängt. Beim Spinnfischen kommt noch dazu, dass man vor allem die aktivere Population einer Fischart ausrottet, wogegen die Kleintierfresser und Aasfresser eher überleben. Man nimmt an, dass dieser Effekt zum Beispiel bei den Zandern dazu geführt hat, dass sie in den Gewässern, wo praktisch alles entnommen wurde, kaum noch auf Kunstköder zu fangen sind und nur noch das vergleichsweise langweilige Ansitzangeln Erfolg verspricht.

'Tierschutz'

Unverständlicherweise ist in Deutschland, wo ohnehin eher zuviel Fisch entnommen wird, das Zurücksetzen von gefangenen Fischen für illegal erklärt worden. Dies geschah, auf das  Betreiben von sogenannten 'Tierschützern' hin, mit der höchst eigenartigen Argumentation,  dass das Leiden eines an der Angel zappelnden Fisches dadurch erträglich wird, dass er nach seinem Tod einer 'sinnvollen Verwertung' zugeführt wird. Das nützt den Fischen aus tierschützerischer Sicht gar nichts, den sie werden ja trotzdem gefangen, schadet aber der Natur, da das Gleichgewicht der Bestände unnötig gestört wird. Den Tierschützern geht es wahrscheinlich vor allem darum, langfristig ein absolutes Verbot von Fischerei und Jagd zu erreichen. Von den extremsten Idioten unter den Tierschützern (PETA) war sogar zu hören, dass sie den Verzehr von Walfleisch für weniger schlimm als den Verzehr von Hühnchen halten, weil ja beim Wal der Tod eines Tieres viele Menschen ernährt, insgesamt also viel weniger Tiere sterben müssen, als bei der Hühnerdiät. Auf Fragen des Naturschutzes angesprochen, meinten sie dann, dass Ihnen der Naturschutz völlig Schnuppe sei, einzig der Tierschutz sei wichtig. Ich denke dass unter diesem Gesichtspunkt, die Ausrottung aller Raubtiere eine Tierschützerisch sinnvolle Massnahme wäre...