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Tauchtiefen von Wobblern 


Ich werde mehr und mehr recht präzise Angaben zur Tauchtiefe von Wobblern auf meiner Seite bringen. Vor allem dank den geradezu wissenschaftlichen Büchern von Steven Holt, Mark Romanack und Tom Irwin. Diese Jungs haben mit Messlatte und Taucheranzug etliche Experimente durchgeführt und in Buchform veröffentlicht. Die Titel nennen sich Precision Casting und Precision Trolling, einige der Ergebnisse habe ich bei den entsprechenden Wobblern festgehalten und entsprechend vermerkt.
Interessant dabei sind folgende Punkte:

Je mehr Schnur, umso tiefer läuft der Wobbler

Viele Leute glauben, der Wobbler läuft an sehr langer Leine wieder flacher, andere meinen, mit 25 Meter Schnur sei er am Maximum der Tauchtiefe. Stimmt beides nicht! Ein vernünftiger Tieftaucher mittlerer Grösse (wie z.B. ein Deep Husky Jerk 12) hat an 66 Metern Schnur mit 5,7 m seine maximale Tauchtiefe noch nicht erreicht. An 25 Meter Schnur ist er gerade mal auf 4,6 m. Naja, ist auch schon ganz schön tief, aber zeigt wieso ein wenig mehr Schnur rauslassen beim Schleppen einen Unterschied machen kann.

Die Geschwindigkeit ist egal

Ausser für Leute, die vielleicht mit dem Ruderboot extrem langsam schleppen, gilt: Der (schwimmende) Wobbler läuft innerhalb des Geschwindigkeitsbereichs, in dem er vernünftig arbeitet, praktisch immer gleich tief. Wenn überhaupt, etwas flacher bei höheren Tempi. Auch hier hört man viel Aberglaube, der meint, je schneller umso tiefer. Es scheint aber, dass die beiden Kräfte Abtrieb durch die Tauchschaufel und Auftrieb durch den Wasserwiderstand der Schnur im gleichen Mass geschwindigkeitsabhängig sind und immer in der gleichen Tiefe im Gleichgewicht sind. Der Auftrieb des Wobblers ist vermutlich sehr bald eine zu vernachlässigende Grösse in diesem Kräftemessen.

Schnurdurchmesser ist wichtig

Nehmen wir wieder unseren Deep Husky Jerk als Beispiel. die Messung von Tauchtiefe 4,6m an 25 Meter Schnur war mit 30er Schnur. Nehmen wir jetzt eine 25er (oder gute geflochtene mit 10Kg Tragkraft) geht der Wobbler unter sonst gleichen Bedingungen etwa 5,5m tief. Also etwa 20% tiefer! Gehen wir gar auf eine 20er Schnur oder geflochtene mit max. 6 Kg Tragkraft, geht er gar 25% tiefer. Noch dünnere Schnüre sind weder praktisch, noch scheinen sie wirklich noch was zu bringen.
Erhöhen wir hingegen den Durchmesser auf z.b 35er (Geflochtene mit 20Kg) verliert der Wobbler 10% an Tiefe, bei 50er (Geflochtene mit 40Kg) sind es dann 20%. Es scheint also, dass eine 6Kg Geflochtene erste Wahl ist, wenn man wirklich tief schleppen will (und der Köder nicht allzugross ist).

Vorblei...

Es gibt eine einfache Faustregel für den Effekt einer zusätzlichen Bebleiung: 30g Blei 6m vor dem Köder lassen ihn um ein Drittel (33%) tiefer tauchen. Leider steht nicht, was mit 60g Blei passiert, aber vielleicht find ich es eines Tages noch raus...

Hersteller Lügen

Man kann es nicht anders sagen, wenn man die experimentell ermittelten Werte der Autoren von Precision Casting/Trolling mit den Herstellerangaben vergleicht. Da scheint oft der Wunsch der Vater des Gedanken zu sein. Vor allem äussern sich die Hersteller selten zu Faktoren wie Schnurlänge und Schnurstärke beim Schleppen, so dass man garnicht nachprüfen kann, wie Ihre Messungen entstanden sind. Sie geben aber trotzdem grobe Anhaltspunkte und deshalb habe ich auch immer die Herstellerangaben erwähnt, so ich sie in Erfahrung bringen konnte.