Die Trockenfliegen des Spinnfischers könnte man sie nennen, die
verschiedenen Modelle von schwimmenden Ködern, welche auch unter Zug nicht
abtauchen. Nicht immer Erfolg versprechend, aber wenn doch, dann geht die Post
ab. Für Schwarzbarsche, Barsche und Hechte sind diese Köder manchmal
Erfolg versprechend, ich habe sogar mal einen Wels auf Popper gefangen, was gar
nicht sooo erstaunlich ist, wenn man bedenkt, dass der Köder eigentlich ein
Geräusch macht, was dem eines Wallerholzes gleicht. Es gibt wohl kaum Köder,
die langsamer geführt werden (ausser Weichplastikköder in den Händen von
Spezialisten) und bestimmt keine, die aufregender zu fischen sind. Wenn ein
grosser Schwarzbarsch den Köder mit einem Platsch! verschwinden lässt,
oder gar ein übereifriger Hecht in voller Länge aus dem Wasser schiesst,
bleibt einem fast das Herz stehen. Und für gewöhnlich begeht man dann auch den
klassischen Anfängerfehler beim Fischen an der Oberfläche: das voreilige
Setzen des Anhiebs. Als Spinnfischer ist man so darauf konditioniert, beim
kleinsten Anzeichen eines Bisses anzuhauen, dass man ganz vergisst, dass das,
was man da an der Oberfläche sieht und hört, normalerweise im Verborgenen
passiert und nicht angeschlagen wird. Die Faustregel heisst: erst anschlagen,
wenn man den Fisch in der Rute spürt. Auch wenn der Köder 'weg' ist und sich
die Schnur bewegt, ist es Zeit für den Anhieb. Oft sind die lautstarken
Attacken nämlich Fehlangriffe und wenn nicht, hat der Fisch oft sein Maul noch
nicht geschlossen, während unser Reflex ihm den Köder schon wieder rauszieht.
Wichtige Faktoren
Aktion-Geräusch
Es gibt verschieden Typen von Oberflächenködern und ich möchte
mich hier mal auf die zwei beschränken, mit denen ich auch tatsächlich schon
was gefangen hab. Da wären zum einen die Popper, die einen ausgehöhlten Kopf
haben, der bei scharfen Rucken mit der Rutenspitze ein glupschendes Geräusch
erzeugt, welches sehr laut sein kann, und in keinem Verhältnis zur Grösse des
Köders zu stehen scheint. Der andere Typ ist mehr oder weniger zigarren- oder
fischförmig und hat ein oder zwei Propellerchen an den Enden. Die Propeller
erzeugen ein eher dezentes Plätschern, Wenn man sie ruckartig führt, schiessen
sie hin und her wie Jerkbaits, ansonsten laufen sie schnurgrade. Es gibt noch
einige andere Varianten: Zigarren ohne Propeller, kleine 'Krauler' mit zwei
anklappbaren Metallflügeln usw. aber die stell ich erst vor, wenn mal was drauf
beisst.
Grösse
Oberflächenköder sind eher eingeschränkt in der Grösse, das
Gros dürfte zwischen 6 und 15cm liegen. Amerikanische Muskie-Angler verwenden
wohl noch etwas grössere.
Form
Die Form der Oberflächenköder dient fast nur dem Zweck, eine
bestimmet Aktion zu erreichen.
Farbe
Die Farbe eines Oberflächenköders ist nicht sehr wichtig, der
Fisch sieht praktisch nur die Silhouette. Deshalb ist schwarz sehr beliebt. Mehr
oder weniger froschähnliche Designs, kontrastreiche Muster mit schwarzen
Flecken oder Streifen sowie Beutefischimitationen sind auch sehr häufig und
nicht verkehrt. Die Bedeutung der Farbe schwindet noch, weil die Köder oft
besonders in den Dämmerungsstunden erfolgreich sind.
Köderführung
Die Führung eines Oberflächenköders ist das Ah und Oh auf dem
Weg zum Erfolg. Sie muss unregelmässig und vor allem langsam sein, das heisst
zwischen den einzelnen Rucken oder Serien von Rucken sind unbedingt Pausen
einzulegen. Dies gilt vor allem für Popper, bei anderen Ködern ist ein
regelmässiges Einholen manchmal möglich, sollte aber auch sehr langsam und mit
Pausen erfolgen. Erfahrene Muskieangler machen immer kurz vor dem Boot noch
einen scharfen Richtungswechsel um die häufigen Nachläufer zum Anbiss zu
Reizen. Nach dem Einwurf sollte man immer etwas warten und auch auf einen
sofortigen Biss gefasst sein, besonders wenn man im Wasser stehende Hindernisse
jeglicher Art anwirft (Bäume, Pfähle, Schilfbüschel, etc).