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Rhein 


Erstaunliche Artenvielfalt

Den Rhein kennt ja wohl jeder. Ich befische ihn von Schweizerhalle (oberhalb von Basel) bis fast nach Strassbourg. Der Rhein selber ist in diesem Gebiet ein sehr grosser, stark strömender Fluss, so dass sich die Hauptströmung eigentlich nur sehr schwer befischen lässt. Es gibt aber Abschnitte mit etwas gemütlicherer Strömung und viele Wasserkraftwerke und Schleusen. Ausserdem wären da stromab von Basel noch die zahlreichen Altwasser zu nennen, in erster Linie natürlich der Altrhein. Der Altrhein. oder auch Restrhein, ist das ursprüngliche Bett des Rheins das zwischen Basel und Breisach die Deutsch-Französische Grenze bildet und durch das nur noch etwa 1/10 der ursprünglichen Wassermenge fliesst. Das meiste Wasser wurde als Teil der Wiedergutmachung für den 1. Weltkrieg für den Grand Canal D'Alsace auf französischen Boden abgezweigt  und dient vor allem der Gewinnung von Elektrizität.
In diesem Abschnitt des Rheins sind fast alle mitteleuropäischen Fischarten zuhause, die man sich nur denken kann. Folgende 29 Arten habe ich schon selber gesehen (meistens auch gefangen): Regenbogenforelle, Bach (Fluss-) forelle, Äsche, Felchen, Barsch, Zander, Kaulbarsch, Sonnenbarsch, Groppe, Bachschmerle, Stichling, Aal, Quappe, Hecht, Rotauge, Barbe, Brassen, Laube, Döbel, Güster, Hasel, Strömer, Elritze, Gründling, Nase, Schleie, Rotfeder, Karpfen, Schneider. Zudem kenne ich glaubhafte Berichte über das Vorkommen von Wels, Rapfen, Lachs, Meerforelle, Maifisch, Bachneunauge und Flussneunauge. Das macht zusammen mindestens 36 Fischarten, die hier vorkommen! Weiter stromab und stromauf gibt es wohl noch ein paar weitere Arten. Natürlich sind nicht alle in Massen vorhanden und beim Spinnfischen kann man vor allem mit Forelle, Barsch, Döbel, Hecht und Zander rechnen, eher selten mit Nase, Brassen, Barbe, Rapfen und Wels.

Die einzelnen Abschnitte

Schauen wir uns nun mal die einzelnen Abschnitte dieser Strecke von oben nach unten an:

Schweizerhalle bis Birskopf

Dieser Teil ist linksufrig mit der Rheinkarte der Gemeine Birsfelden zu befischen, der Raubfischbestand ist als ziemlich kläglich zu bezeichnen. Das oberste Stück bei Schweizerhalle hat ein bewaldetes Ufer, welches nicht überall gut zugänglich ist. Hier finden wir ein schönes Revier mit stellenweise gemütlicher Strömung (für Rheinverhältnisse) und ab und zu fängt man sogar was beim Spinnfischen. Anschliessend geht es durch die Häfen von Schweizerhalle und Muttenz, die aber keine Hafenbecken haben, sondern ein schräg betoniertes Ufer, welches den Fischen keinerlei Schutz vor der starken Strömung bietet, dementsprechend kann man hier das Angeln praktisch vergessen. Erst wenn wir uns dem Kraftwerk Birsfelden nähern, wird die Strömung wieder langsamer und von den letzten Hafenanlagen bis zur Einfahrt in die Schleuse kann man Hechte, Barsche und, gelegentlich sogar grosse, Forellen fangen. Zander müsste es auch geben, aber ich hab sie nur unterhalb der Schleuse gefangen. Oberhalb der Schleuse darf man auch von der Kraftwerksinsel aus angeln. Unter der Schleuse ist ebenfalls eine recht produktive Ecke mit einer grossen Buhne, welche, wie das ganze Schleusenareal, mit senkrechten Spundwänden befestigt ist. Unterhalb von der Hakenbuhne ist dann bereits wieder erhebliche Strömung und man hat gute Chancen vor allem auf Forellen bis zum Birskopf, der Mündung der Birs in den Rhein. Die Birsmündung bietet, je nach Wasserständen der beiden Flüsse, meistens einige ruhigströmende, oft aber ziemlich flache Abschnitte und ist auch immer mal wieder für einen schönen Fisch gut.

Basel

Die Stadt Basel gibt Ihre eigene Fischerkarte aus. Auf diesem Abschnitt ist praktisch kein ruhiges Wasser zu finden, so dass man hauptsächlich Forellen fängt, aber es gibt auch Hechte, Zander, Barsche und Döbel. In den letzten Jahren ist hier aber, wie in Birsfelden, der Bestand an Raubfischen ziemlich zurückgegangen. Man kann eigentlich fast überall mit Fischen rechnen, wo die Strömung nicht gerade allzu reissend ist.

Althrein und Grand Canal d'Alsace von Kembs bis Breisach

Althrein unterhalb IsteinerschwelleDer Kanal ist eigentlich recht öde, in der Umgebung der Schleusen ist aber mit Hechten, Zandern und Döbeln zu rechnen. Interessanter ist der Altrhein, der vor allem von Hechten sowie gelegentlichen Forellen und Zandern bevölkert wird, ohne dass man aber von einem guten Bestand reden könnte. Ganz am Anfang, direkt hinter dem Wehr beginnt es mit ziemlich tiefen Löchern, etwas weiter stromab sind dann flache Buchten, welche sich gut bewaten lassen und praktisch eine Insel abtrennen. Anschliessend wird es eher flach und gleichförmig bis zur Isteinerschwelle, welche eine gewaltige Stromschnelle ist.
Einer von 3 Hechten die innerhalb einer Viertelstunde unterhalb der Isteinerschwelle bissenUnterhalb ist eine der besten Strecken des ganzen Reviers. Nun geht es noch etliche Kilometer so weiter, wobei es immer wieder ein bisschen anders aussieht: flache kiesige Strecken, schmale schnelle Rinnen, tiefere ruhige Stücke. Gegen Ende der Strecke, auf's Breisacher Kulturwehr zu wird's dann eher breit und träge. Unterhalb des Wehres bis zum Zusammenfluss mit dem grossen Kanal ist dann wieder eine relativ gute Strecke für Hechte und Zander. Hier wurden auch schon grosse Welse gefangen.

Kraftwerk bei Marckolsheim

Hier trennt sich wieder ein Altarm ab, der ähnlich dem Altrhein nur schwach durchflossen wird, während der Grossteil des Wassers ein Kraftwerk auf französischem Boden durchströmt. Der Altarm ist durch zwei Wehre abgetrennt, vom stromabwärtigen Wehr bis zum Zusammenfluss mit dem Kanal ist eine Strecke mit recht gutem Hecht- und Zanderbestand, die bei schönem Wetter allerdings von Freizeitkapitänen und (viel schlimmer) Wasserskifahrern stark frequentiert wird. Hier lässt es sich auch hervorragend von Boot aus fischen. Im Altarm zwischen den Wehren hab ich nur Döbel gefangen. Aber der Teil, der mit dem Hauptstrom in Verbindung steht, hat einen guten Bestand an Zandern und (kleinen) Hechten.

Kraftwerk bei Rhinau

Hier ist nicht nur ein Altarm abgetrennt, sondern auf der Insel und auch auf dem gegenüberliegenden deutschen Ufer ist ein richtiges Auengebiet mit einem ganzen System von kleinen Teichen und Bächen, sog. Giessen, die fast alle irgendwie miteinander und dem Rhein verbunden sind. Ein Paradies für laichende Cypriniden und man sollte auch einen guten Hechtbestand erwarten, aber ich hatte bisher nur bescheidenen Erfolg.

Andere Gewässer im Département Haut-Rhin

Gewässer die mit der Angelerlaubnis des Départements Haut-Rhin auch  noch zu befischen sind:
Der Lac de Kruth-Wildenstein wird als 1. Kategorie, also Forellengewässer gehandelt. Es ist ein kleiner Staussee in den Vogesen, der ausser Salmoniden offenbar auch Barsche und Döbel (wohl auch Rotaugen) beherbergt. Ich weiss aber noch nicht viel drüber.

Angeltipps

Zum Fischen auf Hecht kann man ruhig etwas feiner als üblich zu Werke gehen, da sie selten gross sind, ich hab noch keinen über 90cm gefangen. Gute Köder sind kleine Gummifische von c. 10cm in Schwarz/Weiss, Rot/Weiss oder Grün , Spinner sowie auch flachlaufende Wobbler (an tiefen Stellen ev. mit Vorblei montiert). Sie bevorzugen die ruhigeren Zonen und man trifft sie auch in sehr flachem Wasser an. Zander gehen im Prinzip auf dieselben Gummifische und Spinner wie Hechte und auch auf Twister in weiss oder braun. Sie stehen eher an den etwas tieferen Stellen. Die Strecke in Birsfelden und Basel, sowie der Altrhein sind auch immer für eine Forelle gut, hin und wieder wird sogar eine richtig grosse von über 50cm gefangen. Sie gehen meist in nicht allzu tiefen, strömenden Abschnitten auf Spinner oder Wobbler, gerade die grösseren Exemplare gehen aber auch gerne im ruhigen Schleusengebiet auf die Jagd nach kleinen Weissfischen. Barsche sind eher Beifang beim Fischen auf die anderen Arten, sie vergreifen sich an Spinnern aller Grössen, sowie an Twistern in allen Farben, sie bevorzugen ebenfalls ruhigeres Wasser, sind aber sehr vielseitig. Meist sind es kleinere Exemplare bis max. 30cm und sie sind auch nicht sehr zahlreich. Döbel hingegen sind recht häufig und auch gross. Sie gehen gut auf Spinner und kleine Wobbler in natürlichen Dekors wie: Elritze, Jungforelle, Groppe.