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Po bei San Benedetto, Italien 


Steinbeisser

Schöner Po Wels 165cm

Diesen Frühling ging's zum "Blinker Moderatoren Fischen" an den Po, genauer gesagt and den Mittellauf ins Camp Casa Silure bei San Benedetto Po. Mit einem sehr schweren Koffer reiste ich per Zug an und wurde freundlicherweise am Bahnhof von Mantova von Harry Stadlhuber, dem Betreiber des Camps, abgeholt. Peter und Volker, die zwei anderen Forums-Moderatoren waren schon früher angekommen und hatten schon Köderfische gefeedert (dazu später mehr). Jedenfalls konnte ich schon die Nacht fischen, mit Harry als Guide. Normal würde man die ganze Nacht draussen bleiben, aber ich hatte das irgendwie verdrängt und keinen Schlafsack mitgenommen, weshalb wir beschlossen, nicht durchzumachen. Jedenfalls fuhren wir erstmal stromab, Harry erklärte mir die Schiffahrtszeichen am Po und dann machten wir am rechtsufrig fest zwischen der Mündung des Mincios und des Secchias. Harry band ein paar Montagen mit U-Posen, das sind Auftriebskörper, die den Köderfisch an der Grundmontage etwas auftreiben lassen sollen. Erstaunt war ich dann darüber, das diese nicht etwa an einem Grundblei ausgebracht wurden, sondern mittels Reissleinen an grossen Steinen in der Strömung platziert wurden. Die Strömung war allerdings auch so stark, dass jede vernünftige Bleimontage mit den grossen Köderfischen über kurz oder lang direkt hinterm Boot gelandet wäre. Die Steine aber liessen sich strategisch platzieren und blieben an Ort und Stelle. Als Köderfische hatten wir Brassen in der Grössenordnung 25-35cm montiert und einen Aal. Lebende Köderfische sind hier erlaubt und wurden auch von uns verwendet. Nachdem alle Montagen draussen sind, folgt der gemütliche Teil des Ansitzangelns, das Warten, als eingefleischter Spinnfischer war ich das gar nicht mehr so richtig gewohnt, aber es hat auch was.
Guter Wels von JensIrgendwann folgte dann tatsächlich ein heftiger Biss und Harry reichte mir die Rute, nachdem er einen Anhieb gesetzt hatte. Der Fisch zog ganz schön heftig, hatte ja auch die Strömung auf seiner Seite. Harry holte aber unterdessen die anderen Ruten rein und ich pumpte mit dem schweren Gerät, was das Zeugs hielt. Der Fisch war aber wohl kein ganz kleiner und Harry entschied sich den Anker zu lösen, um den Drill einfacher zu gestalten. Mit der Strömung treibend war es dann auch mit der Gegenwehr bald vorbei, trotzdem ist der Kampf, gerade am Boot, wenn man auf die Schraube Acht geben muss, nicht zu unterschätzen. Jedoch mit einer Rute mit 100-400g Wurfgewicht und einer Geflochten von c. 80Kg Tragkraft kann man ordentlich Druck auf den Fisch machen. Ich freu mich über meinen ersten Po Waller, den wir mit 1.65 m messen. Wir dösen noch etwas vor uns hin und gehen dann gegen 2 Zurück zum Camp. Mittlerweile ist es doch recht kalt, aber mein Zimmer ist ehrlich gesagt auch nicht so viel wärmer. Am nächsten Morgen ist dann ein kurzes Fotoshooting von einem 2m irgendwas Fisch von Jens angesagt.
Sonnenaufgang am Po nach Übernachtung auf dem BootJens ist schon seit 3 Wochen im Camp und hat das Wallerfischen echt drauf. Und nicht nur dass, er kocht uns auch ab und zu was und hilft uns beim Ausbringen der Montagen. Das geht nämlich am Besten, wenn ein Boot stationär bleibt, und der andere die Steine platziert. So auch am nächsten Abend, als ich mit Volker draussen bin und leider einen guten Biss auf einen grossen Brassen nicht verwerten kann. Davon abgesehen, dass die Bremse zuviel Schnur gibt und ich versäume den Daumen auf die Spule zu halten, ist auch die Schnur voller Kraut und es zeigt sich, dass auch die Reissleine nicht gerissen ist und der (zu leichte?) Stein noch dran hängt. Schade, es dürft auch ein anständiger Fisch gewesen sein. Diesmal übernachten wir auf dem Boot und ich friere zwar etwas, aber irgendwie geht es doch, zumal mir Volker den Wallerwiegesack als Schlafsackersatz anbietet und ich ja noch eine Wolldecke dabei hab. Aber als dann die Sonne aufgeht und es langsam wieder wärmer wird, bin ich trotzdem froh.

Flashback beim "Köfistippen"

Maikäfer (melolontha melolontha) gibts noch am PoZum Köderfischangeln wäre noch zu sagen, dass sich schwere, geschlossene Futterkörbchen um 60g empfehlen und Hakengrössen um die 8. Ich ziehe ein Made Längs auf und zwei nur am Ende. Eine spezielle Feederrute besitze ich nicht und konnte mit einer 3m Spinnrute von angemessenem Wurfgewicht meine Köder auch gut fangen. Der Bestand and Brassen und Barben (die allerdings als Köder nicht beliebt sind) ist am Po immens hoch und es macht mir Spass, zur Abwechslung mal wieder ein Angelart auszuüben, die ich früher oft betrieben hab. Eine weitere Jugenderinnerung stellt sich ein, als ich mir die dicken Brummer genauer anschaue, von denen sich ab und zu einer in den Aufenthalts-, Koch- und Essraum verirrt: es ist ein Maikäfer und ich kann ein ziemlich nettes Foto von einem Schiessen. Überhaupt ist trotz Konzentration aufs Angeln einiges an wilden Tieren zu sehen: Kaninchen, Bisamratte, Fasane, Eisvogel Fischreiher und ein Ziegenmelker (Nachtschwalbe) sind die  Höhepunkte des Naturerlebnisses. Der Po ist zwar an für sich verbaut, also mit Hochwasserdeichen und Steinschüttungen an Aussenkurven in seinem Lauf befestigt, aber er wurde nicht begradigt und fliesst dadurch sehr interessantes und wechselhaft: flache Sandige Ufer, die von der lokalen Bevölkerung auch als Strand genutzt werden,  über 10m tiefe Löcher, die an Strudeln auf der Oberfläche zu erkennen sind, ruhige altarme.

Andere Raubfische

Zander auf X-Rap im Po-AltarmNatürlich musste ich dann auch mal den erhofften Schwarzbarschen nachstellen. Dazu hatte ich mir einen Altarm ausgeguckt, der auch ganz Schwarzbarschtauglich daherkam. Nur das doch sehr trübe Wasser fand ich nicht so gut und die Schwarzbarsche wohl auch nicht. Wobei ich sie in den USA auch schon in recht trübem Wasser angetroffen habe. Einen Biss habe ich allerdings direkt am Ufer, den ich zu 95% einem kleinen Schwarzbarsch zuordnen würde. Ziemlich überraschend war dann der Zander, der in 2m tiefem Wasser auf einen gejerkten weissen X-Rap ging. Rapfen habe ich beim Spinnen zwar keine gefangen, aber es sind einige vorhanden und die kleineren bis c. 35cm bissen gelegnetlich beim Feedern. Welse hab ich beim Spinnfischen leider auch keine gefangen. Gemäss Harry soll das am besten im Juni/Juli bei niedrigem Wasserstand gehen.