Nach einer langen Fahrt im Mietwagen von Oslo aus westwärts
erreichen wir unser Quartier, eine kleine Hütte direkt am Fjord, die einem
Bauern gehört, dessen Hobby Pferderennen sind. Er donnert mit seinem
Einspänner regelmässig übers Gelände.
Die ersten Angelversuche im Fjord ergeben vor allem kleinere Dorsche und Köhler
beim Schleppen mit tieftauchenden Wobblern, v.a. der Risto Rap erweist sich
wieder mal als toller Wobbler, wenn es gilt, auf tiefstehende Fische zu schleppen.
Jenseits des Skjoldastraumen (ein Straumen ist eine Meerenge, die durch die
Gezeiten eine starke Strömung entwickelt. In diesem Fall eine Miniversion, in
der man problemlos auf Grund schauen konnte, an der schmalsten Stelle vielleicht
30 m breit und 3 m tief) entdecken wir auf dem Echolot eine Ansammlung von
Fisch in 12-16 Meter Tiefe, die wir dann gezielt mit kleinen Pilkern von 60-100g
befischen. Ausser Dorschen und Köhlern sind hier auch etliche Schellfische
bereit, nach unseren Ködern zu schnappen. Ein kleiner Twister
am Drilling macht
die Köder noch attraktiver. Es sind aber wirklich nur kleine Fische, wir sind
wohl zu weit vom offenen Meer entfernt, um die typisch norwegische Fischerei zu
erleben. Aber es sollen ja auch keine reinen Angelferien sein, und wir machen
einige Ausflüge in die wunderschöne Norwegische Landschaft.
Meerforellen und ein Lachs
Nachdem ich beim
Schleppen in unserer Bucht zwischen einer
kleinen Insel und einem Wasserfall einen heftigen Biss auf einen Risto Rap
erhalte, entpuppt
sich dieser nach relativ kurzer aber temperamentvoller Gegenwehr, als schöne
Meerforelle. Jetzt wird natürlich wieder vermehrt geschleppt, neben dem Risto Rap setzte ich auch immer wieder eine orange Shad
Rap Kopie ein, die zwar nicht ganz so tief läuft, aber es schien, dass die
Salmoniden wieder mal auf orange Bäuche standen. Als wir uns dem
Skjoldastraumen näherten plötzlich wieder ein heftiger Biss, nach kurzem
heftigen Drill habe ich den Fisch am Bootsrand, das sieht irgendwie anders aus,
als die bisherigen Meerforellen, sollte es etwa? Ja, das muss ein Lachs sein,
der Schwanzwurzelgriff sitzt jedenfalls gut und ich erkläre ihn zum ersten
Lachs meines Lebens. Da wir erst am Beginn unsere Ausfahrt sind, und es ein
heisser Tag ist, schenke ich ihm die Freiheit wieder. Kurz darauf vergreift sich
noch ein Hornhecht am selben Wobbler. In den folgenden Tagen schleppe ich
ausdauernder auf Meerforellen und kann sogar mehrere an einem Tag fangen. Darunter auch ein besonders schönes Exemplar (Bild),
welches ich dem Bauern schenke. Dadurch reduziert sich dann die Bootsmiete
ziemlich. Beim Pilken erleben wir noch eine schöne Überraschung, als eine
kräftige Scholle (Flunder?) beisst (Bild).
Und als wir mal wieder den Straumen durchqueren und er eine stärkere Strömung
hat, lassen wir uns treiben und werfen vom Boot aus. So fangen wir ein paar
kleine Dorsche und Köhler auf Mepps Aglia, keiner
grösser als 35cm, aber Spass macht's doch. Das abschliessende Fazit ist, dass
wir sicher nicht im typischen Anglerparadies Norwegen waren, dazu war der Fjord
wohl vor allem zu "flach" und zuwenig am offenen Meer, aber die Angelei war
dennoch sehr kurzweilig und erfolgreich.