So hiess es im Artikel einer Fachzeitschrift, die mich zur Auswahl dieses
Urlaubsziels animierte. Das Schlauchboot musste mit, die Versicherung dazu erst mal
auf Küstengewässer erweitert werden. Ein annehmbares Camping war bald
gefunden und die Angelei konnte losgehen. Die ersten Versuche auf Meerforellen
im Nordosten der Insel schlugen fehl, die Kreidefelsen waren aber sehr schön,
ebenso das Liselunds Slot (ältere Villa mit schöner Parkanlage), in dessen
Teichen wir einen schönen Brassenschwarm und ein paar kleine Hechte sahen. Als Anfänger in Sachen Meerforellen durfte
ich wohl auch nicht erwarten, gleich eine zu fangen. Im Nordwesten von der
Brücke zu einer kleinen Vogelinsel (kein Vogel zu sehen) gelang mir dafür der
Fang meines ersten Hornhechtes auf einen leichten Pilker.
Dorschmassen in der Tiefe
Nachdem wir vom Campingplatz aus einige Male auf die Ostsee
rausgetuckert waren, ohne was zu fangen, erhielten wir in einer Kneipe von einem
Einheimischen den Tipp, es am Südende der Insel unter der Brücke zu
versuchen, dort sei das Wasser schön tief und da stünden die Dorsche. Nach
einer 3/4-stündigen Bootsfahrt erreichten wir den fraglichen Ort und stellten
beim ablassen der Pilker fest, dass es tatsächlich gut 30m Tief war. Und dann
dauerte es auch gar nicht lange bis zum ersten Biss. Wir liessen das Boot
treiben und tuckerten immer mal wieder stromauf, wenn die Bisse nachliessen. Die
Dorsche waren nicht gross,
aber zahlreich, wir fingen bestimmt 30 Stück in 2 Stunden. Am liebsten schienen
sie schwarze Beifänger zu haben (wir verwendeten Würmer, wie sie zum Fischen
auf Schwarzbarsche üblich sind), nahmen aber auch hin und wieder den Pilker,
rote Twister mochten sie aber gar nicht. Die meisten liessen wir wieder
schwimmen, was einige grosse Raubmöwen ausnutzten. Offenbar ernährten sich die
Dorsche von Krebsen, denn es kam ihnen hinten und vorne eine Ziegelfarbenen
körnige Masse heraus. Diese Ernährung schien sich sehr positiv auf den
Geschmack Ihres Fleisches niederzuschlagen: niemals habe ich einen köstlicheren
Dorsch gegessen.
Und doch noch eine Forelle
Das mit den Forellen hatte ich noch nicht ganz aufgegeben. Im
Süden der Insel gab es einen kleinen Durchlauf in einem Damm, der den schon
erwähnten Dorschsund von einer flachen Bucht abtrennte. Dort sah ich Forellen
steigen, die sich aber meinen Nachstellungen widersetzten, bis ich eines Abends
in der Dämmerung meinen 7cm Shad Rap zum x-ten mal
in die Bucht feuerte, und er nach wenigen Metern von einem gewaltigen Biss
gestoppt wurde. Mir wurde ganz anders, den der Fisch kämpfte wie wild,
schliesslich konnte ich ihn aber landen. Eine schöne Regenbogenforelle,
sozusagen ein Steelhead, schliesslich lebte sie im Salzwasser. Was wir zu zweit
davon nicht essen konnten, erledigte in der Nacht dann der Zeltplatzigel unter fürchterlichem
Geschnaufe.