Anfang
März, als hierzulande mal wieder der Winter so richtig zuschlagen wollte,
erfüllte ich mir einen Traum und reiste in die Tropen. Mactan Island bei Cebu in
den Philippinen hiess das Ziel. Und obwohl mir schon etwas unheimlich zumute
war, so alleine und weit weg von Zuhause fühlte ich mich doch auf Anhieb wohl.
Von Zuhause aus hatte ich auch schon ein paar Angelausflüge gebucht bei
cebudiving, es sollte aber
diesmal kein reiner Angelurlaub werden, weshalb auch ein Ausflug auf die
"Vogelinsel" Olango und ein Schnorcheltrip eingeplant waren. Im Hotel angekommen
vielen mir erstmal die grossen Becken mit Kois auf. das sah ja wenigstens schon
mal nach Fisch aus! Zuerst stand jetzt aber mal Schnorcheln auf dem Programm. "Snorkel
Plus" hiess das Zauberwort und bedeutet dass bis zu 4 Leute an einer
Tauchflasche hängen und so ohne grosse Vorkenntnisse ein Gefühl von echtem
Flaschentauchen kriegen. Das war ganz nett und im Naturschutzgebiet sah man auch
wirklich ein bunte Mischung von Fischen die sich um das Brot balgten, dass wir
zum Anfüttern in die Hand gedrückt bekamen. Kein echtes Tauchen, was ich auch
schon gemacht hab, aber halt doch was anderes, als nur an der Oberfläche
rumzuschorcheln. Ich fühlte mich jetzt so richtig wohl in den Tropen und konnte
mir sehr gut vorstellen, hier etwas länger zu bleiben. Zumal die Leute wirklich
sehr liebenswürdig sind und auch die gelobten Filipinas ihrem Ruf gerecht werden
und ausserordentlich freundlich, fröhlich und charmant sind.
Grundangeln
Aber
dann sollte es doch noch zum Fischen gehen. Zunächst stand mal Grundfischen auf
dem Programm. Sollte doch eigentlich ganz einfach sein hier, dachte ich. Blei,
Haken und ein Stückchen Tintenfisch wurden vornehmlich an den Rändern von Riffen
versenkt. Aber nachdem es anfänglich noch ein entspanntes Warten war, wurden die
Gesichter immer länger, als einfach nichts, aber auch garnichts beissen wollte.
Immer neue Plätze wurden gesucht, ich probierte zwischendurch auch mal den ein
oder anderen Kunstköder. Aber es blieb dabei, dass einfach nix zu fangen war.
Immerhin konnte ich mit Würfen eines Pilkers von der Abbruchkante ins flache ein
paar junge fliegende Fische zur Flucht bewegen, wenigstens ein klein wenig
Unterhaltung. OK, damit war klar, dass die zwei verbleibenden Tage geschleppt
wird: wenn schon nix fangen, dann wenigstens grosse Fische.
Schleppen
Also ging's dann am nächsten Tag zum Schleppen. um es kurz zu machen: War auch
nix los. Wir kauften aber einigen Berufsfischern frischen Tunfisch ab, der von
der Mannschaft flugs zu einem köstlichen Sashimi verarbeitet wurde. Einfach
köstlich, wenn man rohen Tunfisch mag und ich mag das! Und trotz dem fehlenden
Fangerfolg fühlte ich mich richtig wohl. Allerdings zum Angeln kann man dieses
Revier auch nicht wirklich empfehlen. Sicher, die Berufsfischer fangen noch
ihren Fisch, aber der Bestand ist wohl ziemlich unter Druck. Aber die Atmosphäre
und die Menschen entschädigen für einiges. Und es gibt ja auch noch anderes zu
tun, als zu Angeln. Das nächste mal werde ich mich wohl eher aufs Tauchen und
Schnorcheln konzentrieren, denn unter Wasser war doch einiges zu sehen. Der
paradiesische Eindruck verfestigte sich dann am nächsten Tag, als mit charmanter
weiblicher Begleitung ein Ausflug auf die Insel Bohol unternommen wurde. Eine
romantische Fahrt auf einem Urwaldfluss, ein Besuch beim kleinsten Affen der
Welt, dem Tarzier und der Anblick der Chocolate Hills waren die Höhepunkte. Aber
mit offenen Augen sah ich noch viel mehr faszinierendes und für Mitteleuropäer
ungewohntes am Strassenrand. Die Rückfahrt nach Mactan Island geriet allerdings
zum unfreiwilligen Abenteuer! Die Mannschaft setzte das Schiff in den Sand einer
Untiefe, kriegte es zwar zunächst wieder flott aber schliss dann die Schraube an
einem Stein. Die Rettung wurde avisiert, aber die schnell einsetzende tropische
Nacht machte eine Strich durch die Rechnung. Die "Retter" fanden uns nicht!
Irgendwann gegen Mitternacht gelang es dann einem zweiten Trupp doch noch uns
aufzuspüren und wir wurden heil nachhause gebracht. Am
letzten Tag war wieder Schleppen angesagt. Die Mannschaft hatte sich
mittlerweile mit meinen Begleiterinnen angefreundet und liess sie umsonst
mitfahren. Eine hatte eine sehr schnuckelige etwa ein Meter lange Bambusrute
dabei, die wir später als Glücksbringer für den endlich gefangen Fisch
verantwortlich machten. Zunächst schleppten wir aber wieder stundenlang ohne
Erfolg, kauften wieder einigen Berufsfischern ein paar Fische ab, die auf einer
einsamen Sandbank in mitten des Meeres dann gegrillt wurden. Rings um eine
Fischerinsel, die eben von Fischern bewohnt wurde, sprangen immer wieder sehr
viele kleine Fischchen vor dem Boot aus dem Wasser. Irgendwie scheinen wir doch
in belebterem Wsser zu sein. Und dann tatsächlich ein Biss! Ohne grosse
Gegenwehr liess sich der "bao", den ich später als "Krokodil
Hornhecht" identifizierte, rankurbeln. Gebissen hatte er auf einen
Bomber Long A suspending Pro.
Wenigstens doch noch ein Fisch. Trotzdem bleibt als Fazit: zum Angeln muss man
nicht unbedingt herkommen. Aber wer das tropische Flair liebt, gerne taucht und
keine Berührungsängste vor 3. Welt Verhältnissen hat kann sich hier sehr wohl
fühlen. Dazu trägt auch die freundliche Art der Filipinos bei.