Wilde
unverfälschte Natur, sauberes Wasser und viele Fische. So hatten wir uns
unsere Ferien im Norden Saskatchewans vorgestellt. Das bedeutete dann auch,
dass die letzten 50km, die wir im Auto zurücklegten, eine Schotterpiste
waren, bevor wir die letzten 250km bis zur Lodge im Wasserflugzeug
geflogen wurden. Unter uns sahen wir nur ein Labyrinth aus Wasser und Wald, in
dem man unmöglich ausmachen konnte, was wie und wohin fliesst. Die
unglaubliche Behauptung im Reiseführer, dass Kanada 1/3 des Süsswassers der
Welt beherbergt schien nun viel realistischer...
Die ersten Namaycush
Nachdem wir unsere Hütte bezogen hatten ging es schon bald los auf den See.
Zunächst überraschend war für uns, dass das Wasser nicht wirklich klar war,
sondern eher teefarbig mit Sichttiefen um die 3,5m und auch einen leicht
moorigen Geschmack hatte.
Für
die ersten zwei Tage liessen wir uns durch einen Guide (Cree-Indianer) führen.
In starkem Regen schleppten wir zunächst Blinker und tieftauchende Wobbler
auf Namaycush-Forellen (strenggenommen sind es
Saiblinge). Da sich ausser zwei Fehlbissen nicht viel tat, schlug
uns der Guide vor, es mit jiggen zu probieren. Seinem Rat folgenden,
montierten wir giftgrüne Shads auf möglichst schwere Bleiköpfe und präsentierten
diese in 10-20m Tiefe. Es ging nicht lang und Karin pumpte den ersten
Namaycush von gut 60cm vorsichtig an die Oberfläche. Kurz darauf konnte ich
auch einen der zahlreichen Bisse verwerten und damit war unser
‘shore-lunch’ gesichert. Nachdem der Guide mit Hilfe von etwas Benzin (es begann
immer stärker zu regnen) ein Feuer entfacht hatte, bereitete er das
Lunch zu. Da der Regen nicht aufhören wollte und wir von der Reise doch noch
etwas geschafft waren, liessen wir das Fischen für Heute gut sein und zogen
uns in die Hütte zurück.
Am nächsten Morgen war das Wetter schon viel besser und wir liessen uns ins
Hechtfischen einführen. Nach einer 1-stündigen Bootsfahrt war dann bald mal
ein Hot-Spot gefunden, der uns viele Hechte auf grosse Spinner und Husky
Jerk beim Wurffischen bescherte. Nach einer kurzen Kanu-Tour gingen wir
wieder aufs Motorboot und schleppten ein paar Hechte zum Shore-Lunch. Dabei
erwies sich der Husky Jerk in der Farbe Clown als der grosse Renner, Aber wir
hatten auch Erfolg mit einem Wally Diver in Barschfarbe und einem
blausilbernen Risto Rap. Auf den Wally Diver biss sogar eine Forelle. Die
folgenden Tage probierten wir es auf eigene Faust und bemerkten rasch, dass
die Forellen am liebsten auf tieftauchende Wobbler mit orangenen Bäuchen
bissen. Obwohl sie auf dem mitgebrachten Echolot in 12 bis 17m Tiefe über bis
zu 25m tiefem Wasser erschienen, waren sie aggressiv genug, unsere 7-9m tief
laufenden Wobbler zu attackieren. Beim Jiggen hatten wir
zu viele Fehlbisse um
es längere Zeit zu probieren. Wir konzentrierten uns dann auch mehr aufs
Hechtfischen und ich konnte einen sehr schönen Hecht auf den Hecht-Wobbler
von Salmo landen. Ausgezeichnet fingen wir auch mit den grossen Mepps Musky
Killern (Aglias mit Fellpuscheln am Drilling), dem
Husky Jerk, dem Wally Diver
und dem blau-silbernen Yo-Zuri Tobimaru. Obwohl der Juli hier nicht gerade als
Hochsaison in Sachen Fischen gilt, konnten wir doch viele gute Hechte und
Forellen fangen. Oft waren allerdings, vor allem im flacheren Wasser, eine
Unzahl von kleinen Hechten anzutreffen. Die grösseren standen etwas tiefer,
oft in Buchten, in denen sich auch die Biber wohlfühlten, sowie an Stellen
mit auflandigem Wind. Erstaunlich war auch, wie viele Bisse Karin hatte,
indem sie, während ich manövrierte, den Wobbler direkt neben dem Boot auf
Sicht schleppte.
Nach einer Woche in der einsamen Wildnis tourten wir noch doch durch die Rocky
Mountains mit den wunderschönen Nationalparks Jasper, Banff, und Yoho. Dabei
konnte ich im Maligne Lake noch eine schöne Regenbogenforelle
auf mit einem
kleinen Shad Rap überlisten.