Es
war ja als Familienurlaub gedacht, aber das die ersten Angelversuche in der
grossen Bucht an der Nordspitze Ölands so mager ausfallen würden, hatte ich dann
doch nicht befürchtet. Wir erfreuten uns erstmal an der schönen Unterkunft und
der sehr netten Vermieterin im
Grankullavik Fritidsby, das Wetterglück, das reichhaltige Freizeitangebot
und die schönen Strände liessen jedenfalls ein gutes Urlaubsgefühl aufkommen.
Wegen dem warmen Wetter probierte ich schlauer Fuchs natürlich an den tiefsten
Stellen der grossen Bucht meinen Erfolg. In der Fahrrinne zum stillgelegten
Fährhafen gab's immerhin so 6-9m Wasser, aber wohl keinen Fisch. Es ist stark
anzunehmen, dass die Fische aus der Bucht an die offene Küste (wie der Vermieter
meinte) oder gar auf einige Ostsee Riffs gewandert sind (wie ich nach einem
Blick auf eine Seekarte der Umgebung und eingedenk der sommerlichen Hechtfänge
vor Rügen vermutete). Dazu war das Leihboot aber nicht wirklich geeignet. Dafür
gab's für die lieben Kinder dann den Höhepunkt der Ferien mit dem Besuch im
Astrid Lindgren Land und wir
waren auch ganz begeistert von der Kinderfreundlichkeit der Schweden hier und
anderswo.
Meine Tochter machts vor
Nachdem
ich an einem Abend doch ein Paar kleine Nachläufer (Hechte) im Flachen bemerkt
hatte, wollte ich mal meine Tochter mit zum Angeln nehmen. Mittlerweile waren
fast zwei Wochen vergangen und das Strandwetter einer etwas anglerfreundlichen
Wetterlage gewichen. Wieder fuhren wir an die tiefsten Stellen und wieder
erfolglos. Nachdem wir dann vergeblich probiert hatten einem Schauer
auszuweichen ging's Richtung Heimathafen. Dort waren ein paar ganz flache Riffs
wo ich auch schon verdächtige Bugwellen gesehen hatte. Ich montierte meiner
Tochter einen ganz flach laufenden Excalibur Swimming Image und irgendwann
begann sie ziemlich aufgeregt auf und ab zu hüpfen: "ich hab einen!". Ich musste
beim reinkurbeln helfen und dachte zunächst an Kraut, weil ich keine Bewegung
spürte, aber es war tatsächlich ein Hecht! Natürlich musste der mit nachhause
und sie war der Held vom Hüttendorf, während ich nur noch einen echten Winzling
überlisten konnte.
Zalt rules
Irgendwie
war der Bann jetzt aber gebrochen, an einer Tour zum alten Hafen konnte ich doch
immerhin 3 Hechte und einen anständigen Barsch auf
X-Rap überlisten. Allerdings zeichnete
sich ab, dass praktisch nur die kleinen Hechte in der Bucht waren und wohl auch
die Barschschwärme woanders zugange waren und nur ein paar Einzelgänger
zurückgelassen hatten. Am nächsten Tag Morgen wollte ich es aber noch mal wissen
und fing in guter Drift am Ufer mit dem Hafen vorbei hie und da ein Hecht.
Hinter dem Hafen, ich hatte mittlerweile auf eine 14cm
Zalt gewechselt ging es dann plötzlich
richtig rund fast jeder Wurf brachte eine Attacke oder einen Nachläufer und es
blieb auch ab und an mal einer Hängen, nix über 60cm aber wenigstens Action. Auf
den Leuchtturm zu gab's dann wieder ab aber mit 13 Hechten an einem Vormittag
war das doch ein respektables Resultat. Auf
der allerletzten Tour, diesmal wieder mit meiner Tochter an Bord, konnte ich
dann nicht mehr soviel fangen, dafür durfte sie mich mit einem echten Hechtbaby
ablichten. Auch wenn die Resultate nicht so berauschend waren, halte ich das
Potential dieser Bucht (zur richtigen Jahreszeit) doch für sehr hoch.