Dieses Jahr war im Herbst wieder Sonne tanken auf Gran Canaria angesagt. Weil
es letztes Jahr so schön war gingen wir
wieder nach Puerto de Mogan auf Gran Canaria. Diesmal hatte ich mir aber fest
vorgenommen, den Schwarzbarschen nachzuspüren. Dementsprechend habe ich auch nur
dafür Gerät mitgenommen. Diesmal habe ich mich aber im Vorfeld besser
vorbereitet und entdeckte so die Website von
Canary Safari Carp
Fishing, wo meine Mails auch beantwortet wurden und mir zugesichert wurde,
dass sie wüssten, wo die Schwarzbarsche zu finden sind. Ich stellte also
telefonisch Kontakt her und Mike holte mich am Morgen bei unserer Ferienwohnung
ab. Ich hatte eigentlich eher einen Jeep erwartet, aber er kam mit popeligen
Kleinwagen daher, der uns aber sicher ans Ziel brachte: eine kleine Bucht des
Embalse de Chira. Während die englischen Kunden noch ihr ganzes
Karpfengerödel aufbauten, machte ich schon die ersten Würfe mit einem
Arbogast Hula Popper und konnte auch
schon bald einen kleinen Nachläufer sichten. Ich wechselte auf einen kleineren
silber-grünen Popper und siehe
da, ein paar Würfe später zappelte mein erster kanarischer Schwarzbarsch an der
Angel. Ich suchte jetzt das Ufer langsam ab, die zu befischende Strecke war
nicht sehr gross weil das Ufer bald zu steil wurde, und ein Schwarzbarsch nach
dem anderen ging mir auf den Popper. Am Ende der Strecke angekommen probierte
ich auf dem Rückweg noch ein paar andere Köder, die teilweise auch Erfolg
brachten: auf X-Rap und den kleinen
7cm Salmo Slider, alle Barsche waren in
der 25-30cm Klasse. Jetzt
war's Zeit fürs Mittagessen und ich rüstete dann auf mein Wurmrute um, um mit
einem Berkley Powerbait Wurm am
Texas Rig die Strecke
nochmal abzusuchen. Nach zwei Fehlbissen von schöneren Fischen und einem
kleineren verlor ich den Köder, jetzt montierte ich auf meine neusten Haken um:
Gamakatsu EWG Wurmhaken. Mit denen war die Ausbeute besser. Nach einer
Fehlattacke kurbelte ich den Wurm schnell ein, als ich bemerkte, dass er von
einem dunklen Schatten verfolgt wurde, Sofort liess ich den Wurm zu Boden gehen
und spürte, dass an ihm rumgekaut wird, als der Fisch seitlich abzieht setzte
ich einen Anhieb und habe den grössten Fisch des Tages im Drill. Da ich etwas
erhöht stehe, muss ich erstmal an die Wasseroberfläche runterkraxeln, wo ich ihn
dann an der Lippe packen kann. Das Mass zeigt 44cm und nach ein paar schnellen
Fotos kann er wieder schwimmen. Ein-zwei kleine fang ich noch, dann setz ich
mich zu den Karpfenfischern. Mit meinen 22 kleineren Schwarzbarschen und dem
einen grossen bin ich ganz zufrieden. Jetzt, kurz bevor wir aufbrechen wollen,
haben scheinbar auch die Karpfen endlich die Boilies gefunden und ich kann noch
bei zwei Karpfendrills zuschauen.
Embalse de Cueve de las Niñas
Nach dem schönen Erfolg verabrede ich mich mit Mike zu einer zweiten Tour an
einen anderen See, den Embalse de Cueve de las Niñas, wo man wohl besser um den
See laufen kann. Ich erfahre auch, dass man mit der Anglerlizenz in allen
Stauseen fischen darf, da diese alle staatlich sind. Wir Touris haben aber keine
eigene Lizenz, sondern angeln bei ihm mit. Für einen allfälligen nächsten Besuch
will ich es aber dann mal auf eigene Faust probieren. Wieder sind ein paar
englische Carpers dabei, als wir im extrem baufälligen Fiat, den Mike vom
vorherigen Geschäftsinhaber übernommen hat, ins Gebirge kurven. Auch dieser See
sieht wieder ganz gut aus und ist ebenfalls trüber als ich gedacht hätte.
Natürlich probier ich zuerst wieder Popper, aber davon wollen sie hier nix
wissen. Irgendwann sehe ich ein paar sehr kleine Nachläufer und beschliesse sie
mit einem 6cm Husky Jerk in Farbe
Glass Minnow (weiss-durchsichtig) zu betören. Das gelingt und ich mache
Bekanntschaft mit der nächstjüngeren Generation im Vergleich zum Chira. So
umrunde ich (naja, nicht ganz) den See und fange hin und wieder einen Barsch von
c. 20-23cm. Grössere scheint's nicht zu geben, aber auch diese kleinen Burschen
verstehen schon zu kämpfen. Diesmal überspring ich die Mittagspause und wechsle
dann irgendwann unterwegs auf Gummi. 2 Fische fang ich noch auf
Gummikrebse im absinken weit draussen, was ich
recht ungewöhnlich finde, weitere gehen auf einen kleineren braunen
Gummiwurm. Diesmal gelingt es mir aber nicht,
ein "Elterntier" ausfindig zu machen. Aber bei 18 Schwarzbarschen will ich
trotzdem nicht klagen. Die Carpers fangen an diesem See auch nur Kleinzeugs,
aber viel mehr als am anderen.
Und das Meer?
Eine Hochseetour haben wir auch diesmal probiert,
aber es war ein ziemliches Fiasko. Gedacht war es als kombinierter Fischen/Beachparty
Ausflug. Toll, ideal für die Familie denk ich. Leider war es dann an dem Tag
sehr stürmisch, so dass wir einfach nur zum übernächsten Hafen geschleppt haben
und dort ein wenig am Strand rumhingen. Dann ein Bonito gegrillt mit den ebenso
leckeren wie (auf Gran Canaria) unvermeidlichen Papas con Mojo. Auf der welligen
Rückfahrt kotzt dann der Kleine noch ins Boot und wir sind froh, wieder festen
Boden unter den Füssen zu haben. Schade irgendwie. Letztes Jahr war das doch
viel besser. Dafür waren wir dies Jahr am Strand von Las Palomas wo besonders
der Brackwasserteich, Charca genannt, zu erwähnen ist, der ein recht spezielles
Biotop in den Dünen bildet. Ausserdem diesmal auch ein Ausflug in den Norden,
zur Hauptstadt Las Palmas, dem Wallfahrtsort Teror und der Rum-Stadt Arucas.
Doch zurück nach Puerto de Mogan:
Wir sehen im Hafen wieder viele Fische, auch ein
Trompetenfisch ist wieder dabei. Leider wird er an einem der letzten Tage von
einem einheimischen Burschen gefangen und natürlich nicht released. Ich geh mit
den Kindern dann noch zum Kanal, der das Dorf vom Strand trennt, um dort mit
Brot auf Meeräschen zu fischen. Eigentlich hatte ich erwartet, dass es ein
Kinderspiel sein würde, ein Paar Meeräschen zu ziehen, aber ich hatte vergessen,
wie heikel Brot als Köder ist, es wird einfach ständig vom haken geklaut.
Irgendwann schaff ich's aber doch, meiner Tochter einen Fisch an den Haken zu
kriegen. Am allerletzten Morgen dann noch ein positive Überraschung: ich
spaziere mit meiner Tochter über die Brücke des besagten Kanals und werfe
natürlich einen Blick ins Wasser und was ist das? Ein handtellergrosser
Babyrochen tuckert im flachen Wasser umher!