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Bielersee


Badewetter

Felchen aus 18mDiesen Sommer geht es an den Bielersee. Ein Familienurlaub bei dem Papa auch noch ein wenig Angeln darf. Und vom Meterhecht träumen, der sich hier irgendwo an den Felchenschwärmen gütlich tut. Eine erste Ausfahrt mit der Familie bringt meiner Tochter(3) ihren ersten Fisch: einen Felchen. Am nächsten Morgen meine erste erfolglose Schlepptour in der Vinelzer Bucht. Nachmittags wird dann  jeweils mit der Familie gebadet. Am nächsten Tag wandern wir dann die malerische Twannbachschlucht hinab. Auf dem Hinweg sehe ich vom Kursschiff aus eine grössere Ansammlung von Booten, die offenbar hinter den Felchen her sind. Also probier ich es am nächsten Morgen auch mal zwischen Erlach und La Neuveville. Zuerst wird geschleppt mit Wobblern in 7 bis 14 m Tiefe, später probier ich es mit der Hegene auf Felchen. Nicht in der Armada der anderen Felchenfischer, welche Ihre Boote verankern, sondern ich lass mich über einige Echos treiben, welche ich in 20m Tiefe ausgemacht hab. So kann ich auch 2 schöne Felchen von gut 30cm fangen. Beide beissen in 23m Tiefe und irgendwie muss man davon ausgehen, dass die grossen Hechte sich auch dort rumtreiben. Am nächsten Morgen fang ich nach erfolglosem Schleppen bald wieder einen Felchen in "nur" 17m, wechsle dann auf eine Barschhegene, die ich in flacherem Wasser (c. 10m) einsetze. Zu meiner Überraschung habe ich dann in 7m Tiefe plötzlich einen massiven Widerstand an der feinen Rute, gerade als ich mit dem E-Motor langsam die Abdrift Richtung Ufer korrigieren will. Zunächst denke ich an einen Brassen, aber die kurzen kräftigen Fluchten lassen mich dann doch eher auf einen Hecht tippen. So ist es auch, ein kleiner Hecht von c.65cm hat sich an der roten "Fliege" vergriffen, die ihm schön im Maulwinkel sitzt, so dass seine Zähne keinen Kontakt mit der monofilen Schnur machen.

Sturm

Schönes Rotauge an der HegeneHeute will ich mal das steilere Ufer vor La Neuveville etwas unter die Lupe nehmen. Leider erschwert der starke Wind das Schleppen. Zunächst fahre ich mit dem Wind, um die Köder auszubringen, was noch ganz problemlos geht, verzichte aber auf den Downrigger, weil dieser doch ziemliche Aufmerksamkeit erfordert, die dann beim Steuern des Bootes fehlt. Auf der Fahrt Richtung Zielkanal, gerate ich aber immer mehr in den Wind und es wird sehr mühsam, vor allem weil dort auch das viele treibende Kraut ein Einholen und erneutes Ausbringen der Köder nötig macht. Ich kehre um und schaffe es irgendwie, meine Köder wieder auszubringen. Das leichte Boot hat leider keine Kursstabilität bei Seiten- oder Gegenwind, wenn ich alleine bin, weil ich hinten beim Motor sitzen muss und der Wind den Bug immer rumdrehen will. Mitten in meinen Schimpftiraden krümmt sich plötzlich die Rute mit dem Wally Diver, kurzer Blick aufs Echolot: 17m (der Köder läuft c.7m) ich bin eigentlich gar nicht auf Kurs, wollte näher ans Ufer, aber jetzt wird erst mal gedrillt: wieder ein kleiner Hecht, dieser kommt aber mit, denn die Schwiegereltern haben sich zum Besuch angemeldet. Am nächsten Tag ist das Wetter wieder ganz ruhig, Schleppen bringt mal wieder nichts, aber direkt bei der Schiffsanlegestelle La Neuveville kann ich mit der Hegene noch ein paar Barsche überlisten und ein ganz anständiges Rotauge. Im grossen Ganzen ist die Hegene sehr erfolgreich, das Schleppen mit diversen Wobblern gibt aber nur magere Resultate. Wegen des warmen Wetters, und weil die Felchen und selbst die meisten Barsche ziemlich tief stehen, probiere ich mit tieflaufenden Wobblern (z.B. Manns Magnum Stretch 30+, Balzer Barsch, Wally Diver, Rapala Risto Rap, Berkley Freny Mag Diver) und dem Downrigger ( z.B. Manns 1- Super Stretch, Grandma, Salmo Hecht ).

Barschschwarm

Kleiner Hecht am Wally DiverAls es wieder mal windig wird, probier ich es gleich vom Erlacher Hafen aus den Heideweg entlang mit Schleppen. Sobald das erste Kraut in den Schnüren ist, stell ich aber gleich auf Hegene um, bevor ich mich wieder ärgern muss. Ich tuckere langsam etwas vom Ufer weg und sehe einen Schwarm auf dem Echolot. Sofort Hegene runter und kaum ist die am Boden, spür ich auch schon Fisch. Beim Hochkurbeln scheint der Widerstand etwas gross für die hier übliche Barschgrösse, aber die Frequenz stimmt, da ist wohl mehr als ein Fisch dran. Richtig, gleich 4 Stück haben zugeschnappt! Auch wenn sie klein sind, keine 20cm, behalte ich sie fürs Mittagessen, weil ich hoffe noch mehr zu fangen. 10 Stück erwische ich dann. Als ich mich weitertreiben lass, werden die Echos immer dichter, die Barsche aber kleiner. Hier scheint sich ein massiver Schwarm rumzutreiben, schätze die Ausmasse auf etwa 10 x 3 x 100 Meter! Ich beschliesse dann, mit nur einem Wobbler, dem bewährten Wally Diver im Barschdekor, gegen den Wind leicht ausserhalb des Schwarms zurückzuschleppen, um nochmals eine Drift über den Schwarm zu machen. Es geht dann auch gar nicht lang, bis ein weiterer kleiner Hecht am Haken zappelt, der zurückgesetzt wird. Am nächsten Tag geht es dann schleppenderweise von Erlach am flacheren Nordufer des Heidewegs Richtung Petersinsel. Nebst den üblichen Wobblern heute auch mit einem Lusox Doppelspinner am Downrigger. ich schleppe ums Plateau vor der Petersinsel, welches mit zwei Punkten auf dem GPS markiert wird, herum. Trotz einigen vielversprechenden Echos, tut sich aber wiedermal nichts. Am Südende der Petersinsel hole ich dann mit der Hegene noch ein paar Barsche aus bis zu 16m Tiefe, bevor es wieder nachhause geht. Jetzt ist der Urlaub auch zuende, die Monsterhechte des Bielersees warten immer noch drauf, dass ich ihnen mal den richtigen Köder zur richtigen Zeit vor der Nase durchziehe, aber dank des grossen Fischreichtums ist wenigstens an der Hegene für Kurzweil gesorgt.