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Hochwasser


Manche Leute schrecken vor Hochwasser zurück und es kann tatsächlich ziemlich furchterregend sein, wenn sich eine tosende, braune Brühe zu Tal stürzt und die Uferwege überflutet. Aber ganz so dramatisch ist's ja nicht immer. Ausserdem soll es hier nicht nur um den Spektakulären Höchststand gehen, sondern um die wechselnden Wasserstände vor allem in Fliessgewässern. An manchen Gewässern kann man auch kaum von einem normalen Wasserstand reden, weil das Wasser meistens entweder niedriger oder höher ist. Schauen wir uns zunächst mal die typische Dynamik eines Hochwassers an, so erkennen wir unschwer, das es drei Phasen gibt: 1. Steigendes Wasser, hervorgerufen durch Regen und/oder Schneeschmelze. 2. Der Scheitelpunkt, also der Moment des höchsten Wasserstandes, den wir ein wenig ausdehnen wollen auf die ganze Phase, wo das Wasser ziemlich hoch ist. 3. Zurückgehendes Wasser, bis zu dem Punkt, wo der 'normale' Wasserstand und -färbung erreicht ist. Jetzt gibt es natürlich verschiedene Sorten von Hochwasser, die sich dadurch unterscheiden, wie schnell und wie hoch das Wasser steigt, wie lange der Höchststand dauert und wie schnell es wieder zurück geht. Das tönt jetzt alles recht kompliziert, aber im Endeffekt ist es dann doch ziemlich einfach. Grundsätzlich ist eine Trübung des Wassers für uns von Vorteil, höherer Wasserstand und vor allem schnellere Strömung aber problematisch. Am liebsten mag ich eine starke grünliche Trübung bei zurückgehendem Wasserstand, besonders auf Barsche und Forellen hatte ich dabei schon sehr guten Erfolg. Zander und Hechte scheinen sich eher indifferent zu verhalten, obwohl man ja sagt, dass Zander trübes Wasser mögen. Hechte scheinen jedenfalls mehr auf Wind anzusprechen.
Wir müssen allerdings eine wichtige Unterscheidung machen, nämlich kaltes und warmes Hochwasser.

Kalt

Unter kaltem Hochwasser verstehe ich vor allem die Schneeschmelze, aber auch Hochwasser durch kalte Regenfälle im Spätherbst, Winter und Frühling. Generell sind die Hochwasser in der kalten Jahreszeit weniger hoch, trotzdem zum Angeln meist problematisch, weil die Fische träge sind, nicht gerne ins flache kommen und auch nicht nach dem Köder steigen. Viel lieber stehen sie jetzt an tiefen Stellen in Grundnähe. Je nach Stärke der Strömung wird es dann fast unmöglich, den Köder an Ihren Standplätzen zu präsentieren und Ihr Appetit ist auch nicht besonders gross. Wenn das Gewässer grössere ruhige und tief Bereiche aufweist, kann man dort Erfolg haben. In den strömenden Teilen ist es jetzt aber am gegen Ende des Hochwassers am besten, wenn der Wasserstand nur noch leicht erhöht ist aber doch eine gewisse Trübung aufweist. Gewässer mit einer ausgiebigen Schneeschmelze können im Frühjahr bis in den Juni hinein eine sehr träge Fischerei vorweisen. Zu dieser Zeit wird man eher die Phasen niedrigen Wassers ausnutzen um mit relativ kleinen und natürlich wirkenden Ködern zu fischen, oder auf einen warmen Regen hoffen.

Warm

Unter warmem Hochwasser verstehe ich hauptsächlich Hochwasser in der warmen Jahreszeit, aber es gibt auch in der kalten Jahreszeit, vor allem Ende Winter/Anfang Frühling manchmal relativ warmen Regen, der ähnlich wie ein Sommerhochwasser wirkt. Das Problem beim warmen Hochwasser ist, dass es oft sehr hoch steigt und dann weite Strecken effektiv unbefischbar machen kann. Allerdings gibt es einen grossen Vorteil: die Fische verkriechen sich weit weniger am Grund des Gewässers sondern kommen oft in Ufernähe und sogar in ganz flaches Wasser. Sie sind im warmem Wasser allgemein mobiler und eher bereit, neue Plätze mit schwächerer Strömung zu suchen, auch wenn sie dazu grössere Strecken zurücklegen müssen. Wenn ein Hochwasser in der warmen Jahreszeit länger anhält, scheinen die Fische regelrechte Wanderungen zu den schwächer strömenden Gebieten zu unternehmen. Wenn nach einem Sommergewitter das Wasser steigt, beissen die Fische oft besonders gut, wenn es nicht zu hoch kommt. Aber auch wenn nach einer längeren Regenphase, das Wasser langsam zurückgeht und die Farbe von bräunlich zu grünlich wechselt, sollte man unbedingt Angeln gehen. Grosse und auch auffällige gefärbte Köder sind jetzt besonders gut.

Köderfarbe

Aufgrund der geänderten Wasserfärbung und Sichtigkeit, sollte man beim Hochwasser auch mal andere Köderfarben probieren. Ich bevorzuge Köderfarben, die einen ähnlichen Ton wie das Wasser aufweisen. Also bei bräunlichem Wasser eher orange und rote Töne, bei grünlichem Wasser grün und gelb. Je trüber das Wasser umso greller darf die Farbe sein. Schwarz ist oft überraschend gut und weiss ist auch ein Versuch wert. Bei leichten Trübungen sollte man aber die Farben nicht vergessen, mit denen man sonst auch Erfolg hat, selbst bei starker Trübung sind sie nicht unbedingt verkehrt.