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Hechtseminare in Holland


Der Hechtpapst in Natura

Nachdem ich schon einige Zeit das Spinnfischen intensiver betrieb, entdeckte ich in einem Fisch und Fang Heft ein Angebot für ein Hechtseminar mit Jan Eggers. Das kam mir gerade recht und ich meldete mich mit einem Kollegen an. Auf der Anfahrt vielen uns schon die unzähligen Polder (Wassergräben) auf, die hier die Landschaft durchzogen und auch unsere Unterkunft erinnerte irgendwie an Venedig. Noch bevor es losging packten wir unsere Spinnruten aus und konnten ein paar kleine Barsche zwischen den Bungalows fangen. Sehr aufschlussreich dann der Vortrag am ersten Abend von Jan Eggers, an dem er den Teilnehmern erklärte, wie man in den Poldern vorgehen muss und wie die Handlandung funktioniert. Irgendwie  ernüchternd: es schien keine grossen Geheimnisse beim Hechtfischen zu geben: Suchen heisst das Motto und der Köder ist ein Spinner oder Wobbler. Am nächsten Morgen wurden wir in Gruppen eingeteilt und gingen mit einheimischen Guides auf die Pirsch. Es ging auch nicht lange, bis die ersten Hechte gefangen wurden. Mehrheitlich aber ziemlich kleine Exemplare. Wir waren vorgewarnt, dass die Gewässer ziemlich flach sind. Flachlaufende Wobbler und möglichst leichte Spinner waren angesagt. Lediglich an den Engstellen (Brücken) hatte die dortige Strömung für etwas tieferes Wasser gesorgt, so dass man dem Lusox dort den Bleikopf wieder montieren konnte. Als Hotspots stellten sich alle Unregelmässigkeiten im Lauf der Kanäle heraus: Verzweigungen, Brücken und teichartige Verbreiterungen waren immer gut, aber auch kleinere Ansammlungen von Treibgut konnten einem schönen Hecht einen Unterstand bieten.  Es gab Abschnitte, in denen es gut biss, während andere wie tot waren, obwohl der Guide beteuerte, dass dort noch vor einer Woche sehr gut gefangen wurde. Am Abend dann noch ein Unterhaltsamer Vortrag von Jan über die grössten bekannten Hechte und viele Betrugsversuche bei der Rekordjagd. Auch der aktuelle deutsche Rekord wird von ihm angezweifelt. Am zweiten Tag erwischte ich dann an einer etwas breiteren Stelle gleich zwei schöne Hechte von 83 und 86cm auf einen weidenblattförmigen Spinner, der ziemlich Grundkontakt machte. Der 86er war der grösste von allen c. 30 Teilnehmern in 2 Tagen gefangene Hecht. Da war ich natürlich mächtig Stolz! (und kriegte ein Pfund stinkiger Gummiwürmer (Berkleys) zur Belohnung, deren Wert ich erst viel später schätzen lernte) Im Anschluss an das Seminar, blieben wir noch einen Tag um mit einem gemieteten Boot auf den nahegelegen Seen zu Schleppen. Auch dort fingen wir noch ein paar Hechte auf Wobbler (Bomber und Husky Jerk).

Der 2. Streich

Ein paar Jahre Später ging ich nochmals an ein solches Hechtseminar. Diesmal erwartete ich weniger, viel zu lernen, sondern freute mich einfach auf den guten Hechtbestand in Nordholland, der durch Besatzmassnahmen und vor allem durch strenge C&R Vorschriften hervorgerufen wird. Etwas später im Jahr war's diesmal, was für grössere Hechte besser sein sollte. Ich glaube ich hatte diesmal nicht so Glück mit dem Guide unserer Gruppe, obwohl er sehr nett war und bestimmt auch ein kompetenter Angler, nur leider nicht so ganz ortskundig. Mein grösster Hecht war wieder 86cm, gefangen auf einen Mepps Aglia "Musky Killer". Diesmal war's aber nicht der grösste der Gruppe, der hatte satte 99cm! Ich fing nicht nur auf Spinner, sondern auch auf Wobbler, vor allem den Yozuri Tobimaru in blau und rot/weiss schienen sie zu mögen.