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Le Doubs


Überquellendes Leben

Doubs bei Tariche, schöner LaufAn Ostern sollte es an den Doubs gehen. Dieser Fluss, der vom Altmeister des Fliegenfischens, Charles Ritz, beehrt wurde, fliesst schliesslich keine 60 Autokilometer von meinem Wohnort entfernt vorbei und wurde trotzdem noch nie ernsthaft von mir befischt. Als wir am Abend in St. Ursanne ankamen, musste ich gleich mal einen Blick von der Brücke des mittelalterlichen Städtchens in den Fluss werfen. Da im Stadtgebiet das Fischen verboten ist, hoffte ich doch, wenigstens schon mal einige schöne Fische zu sehen und wurde nicht enttäuscht: Barben, Döbel, Äschen und sogar eine schöne Forelle tummelten sich an den Brückenpfeilern, alle so in der Grössenordnung von 35-45cm. Am nächsten Morgen ging es dann mit Guide los: wir fuhren nach Soubey und wanderten von dort Abwärts durch die Schlucht und weiter. Schon bald hatte ich ersten Kontakt mit einer Forelle auf den Groppenwobbler, und ein paar Hundert Meter weiter stromab dann auch den einzigen Fisch des Tages, eine Bachforelle von knapp 30cm. Gesehen hatte ich allerdings dann schon viel mehr, viel "getigerte" Doubsforellen in sehr anständigen Grössen, die Ihrem Ruf, sehr heikle Fresser zu sein alle Ehre machten und grosse Äschen, die am laichen waren. Besonders imposant war, als eine sehr schön dunkel gefärbte Äsche in dem klaren Wasser direkt vor mir mit aufgestellter Rückenflosse meinem Wobbler drohte. Eindrücklich auch die Menge und Vielfalt an Insektenlarven und Futterfischen (Elritzen, Groppen, Strömer), welche erahnen liessen, warum die Fische so wählerisch waren: Hunger mussten sie bestimmt nicht leiden!

Die erste Doubserin!

Gefleckte Doubs-ForelleAm Nachmittag spazierte ich noch mit Frau und Kind durch St. Ursanne und wir sahen vom Ufer aus, nebst Äschen und Forellen auch einen starken hecht von vielleicht 80cm an einer tiefen ruhigen Stelle am Grund liegen! Aber auch er schien der Unsitte der Doubsfische zu frönen: nachdem ich meinen Wobbler zweimal an ihm vorbeigeführt hatte, glitt er langsam aus unserer Sicht. Am nächsten Tag wagte ich mich dann ohne Guide auf die Pirsch und wählte die Strecke bei Tariche. Auch hier wieder: viel mehr Fische gesehen als gefangen. Aber in einer etwas tieferen Rinne direkt vor einem Campingplatz beisst dann eine echte Doubsforelle mit den typischen dunklen Flecken auf einen Team Esko, oder war es doch "nur" ein Mischling? Auf dem Foto sehen die Flecken immer etwas wie Krankhafte Verfärbungen aus, aber im Wasser wirken die Fische sehr schön gestreift. Später dann, nach einem Wurf stromauf (viele Würfe mache ich querüber, um den breiten aber recht flachen Fluss gut abzufischen): Eine Forelle schwimmt meinem stromab Wobbler hinterher. Als ich sie sehe, stoppe ich das Einkurbeln abrupt und bewege mich nicht. Vielleicht eine knappe Sekunde steht sie ebenfalls hinter dem Köder, der eigentlich langsam auftreiben müsste (und dabei etwas hin und her wackelt?), was aber nicht deutlich zu sehen ist, und dann schnappt sie vehement zu! Immerhin gute 35cm, aber wieder eine Bachforelle.
Meinerseits war der Stop eine reine Instinktreaktion, aber ich frage mich, ob das lehrbuchmässige Beschleunigen des Köders auch erfolgreich gewesen wäre. Es wäre ja immerhin mit abrupten Bewegungen meinerseits verbunden gewesen, die die Forelle vielleicht erschreckt oder abgelenkt hätten.

Und nix

Doubs unterhalb St. UrsanneAm dritten Morgen ging ich dann unterhalb von St. Ursanne ans Werk. Ich sah zwar einige Fische steigen und auch einige Döbel und vor allem auch sehr grosse Barben bis gegen 70cm aber keine Forellen und hatte auch gar keine Bisse. Der Doubs war hier ruhiger als oben und so schön sauber und natürlich er als Fluss ist, konnte er doch eine gewisse Überdüngung nicht mehr verbergen. Weil Abreise war machte ich mich dann schon um 9 Uhr auf den Nachhauseweg und kam so wenigstens mal in den Genuss des Hotelfrühstücks.

Guiding am Doubs